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Diese Geschichte vermittelt die Entstehung und Entwicklung der KRD seit den Anfängen bis in die Sammelszene der heutigen Tage.

Wie viele unserer neuzeitlichen Erfindungen kommen auch die KRD aus Amerika. Dem Trend zu Portionenpackungen folgend, entstanden in den 60er Jahren tiefgezogene Portionenkübeli, mit Alu- und Verbundfolien verschweisst und hermetisch verschlossen. Aufgrund der visuellen, nicht sprachgebundenen Aussage bedruckte man die Deckeli statt mit Verfalldaten mit Sujets, so dass bei Ablauf der Haltbarkeit ein für alle sichtbarer Sujetwechsel erfolgte.

Kaum jemand weiss heute, wie die KRD entstanden sind. Dabei sind diese genialen Portionenpackungen ein Produkt ganz primärer Bedürfnisse. Wie so vieles andere auch, stammt die Idee aus Amerika. Zuerst war da Milch und Rahm - beides in den späten fünfziger Jahren schwer konservierbar und nur beschränkt haltbar. Aber es bestand damals in den USA ein grosser Bedarf an Portionen-Packungen, die in der Folge mit einem Haltbarkeitsstempel versehen werden mussten. Doch zu jener Zeit waren weite Kreise der Bevölkerung Analphabeten und Kleingedrucktes wurde ohnehin kaum beachtet. Also kam man auf den Gedanken, statt Daten Abbildungen und Sujets auf die Portionenpackungen zu drucken. So wusste jedermann - es war auch gross in den Shoppingcentern angeschrieben - wenn ein Sujet auf den Kafferahmportionen wechselte, war auch die Haltbarkeit dahin. Ein klassisches Beispiel der visuellen, nicht sprachgebundenen Aussage. So waren denn im Prinzip die KRD geboren, man brauchte das ganze nur "noch" technisch zu lösen. Das aber bereitete noch grosse Schwierigkeiten, weil damals weltweit noch keine entsprechenden Verpackungsmaschinen auf dem Markt waren und auf den verschiedenen Kontinenten wusste keiner, was anderswo erfunden wurde.

Anfänge in Europa

Durch die Entwicklung in den USA und dem Trend zu Portionenpackungen begann man auch in Europa Portionen zu entwickeln. Daraus entstanden die tiefgezogenen Portionenkübeli, die mit Alu- und Verbundfolien thermoplastisch verschweisst und verschlossen werden. Diese Deckeli boten nun eine augenfällige und wirksame Dekorationsfläche, die im Laufe der Zeit mit Sujets und Figuren bedruckt wurden.

Zu uns kamen die KRD in der Mitte der sechziger Jahre. Vereinzelte Milchverarbeitungsbetriebe begannen, den bisher in Flaschen abgefüllten Rahm und Kaffeerahm portionenweise abzufüllen. Insbesondere war das ein Anliegen der Gastronomie und er laufend kleinerwerdenden Haushalte. So war beispielsweise die Firma BURRA in Zürich ein Pionierbetrieb in Sachen Entwicklung von Portionenverpackungen für die schweizerische Milchwirtschaft. Von dieser Firma stammt übrigens auch die berühmte "Blick-Deckeli-Serie" aus dem Jahre 1978.

Mit viel Erfindergeist, Geduld und Rückschlägen, vor allem aber mit grossem Kapitaleinsatz und hohem Risiko ging man vorerst in die Versuchsphase und liess eine entsprechende Abfüllanlage konstruieren. Die Entdeckung von vorfabrizierten Plastikbechern für verschiedene Lebensmittel brachte das Team auf die Idee, auch Kaffeerahm in Portionen abzufüllen. Man liess Portionenbecher und dazu passende Aludeckeli herstellen, alles in der früheren Dreiecksform.

Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung der Kaffeerahmdeckeli waren die Milchverarbeiter. Obwohl die Milchverwertung in der Schweiz bis heute stark kartellähnlich organisiert ist, wird versucht, durch Product-Management und Verpackungsgestaltung den eigenen Marktanteil zu steigern. Mit dieser Entwicklung wurden natürlich gleichzeitig die KRD-Sammler aufs Tapet gerufen; eine Entwicklung ganz anderer Art, deren Ausgang bis heute nicht absehbar ist. So entstand anfangs der siebziger Jahre eine kleine Fan-Gemeinde, die sich dem "Deckeli-Sammeln" annahm und sich unter seinesgleichen liebevoll "Decheler" nannte. Die neu auf den Markt kommenden Serien wurden via Photokopien registriert und weiter verbreitet. In diesen Jahren waren die Distributionswege der KRD noch wenig bekannt und man konzentrierte sich beim Sammeln auf jene Exemplare, welche in den verschiedenen geografischen Regionen der Schweiz angeboten wurden. Mit mehr oder weniger Glück für die einzelnen Sammler ging das rund 15 Jahre bis ca. 1985 so weiter. Die "Sammlergemeinde"stieg allerdings in der Zwischenzeit auf ca.30'000 Mitglieder an.



 





 




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© Cécile Di Bella 1998 / 1999/ Dez.2000 / Nov.2001