Unvorbereitete Touristen lassen sich oft von gewieften Händlern einschüchtern und erstehen ihre Reiseandenken zu erhöhten Preisen, das soll ihnen nicht passieren! Hier herrschen andere Verhaltensregeln, besonders beim kaufen und verkaufen. Wenn Sie richtig vorbereitet sind wird Ihr Bummel durch die "Medina" ein Erlebnis!

Eine sehr gute Vorbereitung für Sie, ist es vorher ein staatliches Geschäft zu besuchen. Zum Beispiel das "Sula - Centre" oder Geschäfte des "SOCOPA". Hier können Sie sich nach Angeboten und Preisen erkundigen. Meist sind hier die Preise etwas höher. Haben Sie nun gefunden was Sie kaufen wollen, wissen Sie wieviel Sie ausgeben wollen, dann sind Sie richtig gewappnet für den Besuch der "Median."



Beim Eintreffen werden Sie meißtens, als erstes vorm Eingang der Medina, von den "Stadtführern" angesprochen. Sie behaupten oft, Kellner oder etwas ähnliches aus Ihrem Hotel zu sein. In Wirklichkeit haben sie den Namen des Hotel's vom Taxifahrer bekommen. Dies sagen sie um Ihr Vertrauen zugewinnen. Die sogenannten "Stadtführer" arbeiten oft für ein bestimmtes Geschäft. Sollten Sie sich für eine Stadtführung entschließen, fragen Sie vorher welche Bezahlung er verlangt. Lassen Sie sich nicht durch die manchmal aufdringlichen Händler einschüchtern. Die Konkurrenz ist groß und jeder will Geschäfte machen. "Sehen Sie es als Spiel an". Gehen Sie selbstsicher, mit einem Lächeln durch die Souks, auch wenn manchmal Schimpfwörter benutzt werden. Diese haben die Händler von anderen Gästen übernommen, ohne ihre Bedeutungen zu kennen. Machen Sie Ihren ersten Versuch und denken Sie daran, fast überall ist es üblich zu "handeln"! Fragen Sie (eher uninteressiert) nach dem Preis des Gegenstandes, welches Sie kaufen möchten. Nun wird Ihnen bestimmt vom Händler ein stark überhöhter Preis genannt. "Lachen" Sie ruhig und lehnen ab. Sollten Sie aber Intresse haben, machen Sie ein Gegengebot, bieten Sie die "hälfte", von dem, was Sie tatsächlich bezahlen wollen. Nun kommt es zum nächsten Angebot vom Händler und wieder ein Gegenangebot von Ihnen, bis man sich in der "Mitte" trifft. Sollten Sie mit dem Preis "nicht" zufrieden sein, können Sie sich verabschieden und in einem anderen Geschäft es noch mal versuchen. Aber oft rennen Ihnen die Händler hinterher und akzeptieren Ihren letzten Preis. Falls nicht war der gebotene Preis wirklich zu niedrig. Schauen Sie in Ruhe weiter, Sie können später zum selben Händler zurück gehen. Achten Sie ganz genau auf die "Qualität" der Ware! Die Händler versuchen durch Ihr "Gerede" und durch "gestikulieren" oft von den eventuellen Fehlern in oder an der Ware abzulenken. Wenn Sie diese kleinen Ratschläge berücksichtigen, haben Sie bestimmt ein unvergessliches Urlaubserlebnis.



Geknüpft oder gewebt, der Teppich war oft die einzige Möblierung der Normaden - Zelte.
Heute sind sie ein wertvolles Souvenir, das der Wohnung eine gemütliche Atmosphäre verleiht. Die am bekanntesten und verbreitesten sind bei den geknüpften Teppichen "die Aloucha" (aus ungefärbter Wolle) und "der Zerbiya" (pflanzenfarbig). Bei den gewebten Teppichen "der Kelim" (mit geometrischen Mustern und figürlichen Motiven) und "der Mergoum" (mit Stickerein versehen).
Die "Qualität" und damit der "Preis" richten sich nach dem Material (Schafswolle, Lammwolle, Seide), bei den gewebten Teppichen nach Anzahl der "Stiche" und bei den anderen nach der "Knotenzahl".
Für einen "Tapis Berbèrès" werden zwischen 10 000 oder 12 000 Knoten /qm verwendet. Bei den anderen Wollteppichen 40 000, 90 000 oder 160 000 Knoten /qm und für die Seidenteppiche 250 000 Knoten /qm, sowie die "Perfektion der Muster".




Jeder Teppich wird von der staatlichen Organisation "ONAT" (Office national d' Artisanat tunisien) begutachtet und in entsprechend, der Knotendichte in Kategorien eingeteilt. Jeder Teppich muß an der Unterseite ein verplombtes Etikett der staatlichen Organisation "ONAT" tragen. Die Preise sind nicht staatlich festgelegt, also auch hier kann man über den Preis "handeln". Nachlässe bis zu 20 Prozent können mit etwas Geschick durchaus erreicht werden. Alle Teppichläden bieten den Versand der Ware nach Europa an.
"Bitte achten Sie genau darauf das bei Kauf, die Daten Ihres Teppichs, in den Kaufvertrag aufgenommen werden. Die Registiernummer der ONAT sollten Sie sich unbedingt notieren, damit es beim Auspacken keine böse Überraschung gibt". Normalerweise werden die Teppiche vor Ihren Augen versandfertig gemacht und verplombt. Trotz aller Konzentration, sollten Sie die Atmosphäre genießen. Der Händler serviert Ihnen Tee oder kalte Getränke. Dann läßt er durch sein Hilfspersonal erst ruhig, dann mit Nachdruck und Dramatik, Teppich für Teppich vor Ihnen ausbreiten. "Lassen Sie sich Zeit". Meißt ist derjenige, der vom Personal als "Chef" angesprochen wird, ein Angestellter. Der richtige "Patron" hält sich im Hintergrund und gibt durch Handzeichen oder bloßen verziehen der Miene zeichen, ob der Preis stimmt oder nicht.
So nun liegt es an Ihnen, was Sie aus den kleinen Tips machen.